100+ GB gratis in einer Multicloud

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Dateien bei Onlinespeichern wie Dropbox abzulegen ist äußerst praktisch: einfach, schnell, zuverlässig, überall verfügbar sowie ohne Versionskonflikte. Doch der Gratisplatz der Anbieter ist begrenzt. Wenn du für Zusatzspeicher nicht zahlen möchtest, dann fasse mehrere Dienste und Konten mit diesem cleveren Tool zu einer Multicloud zusammen.

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bright sunlight over clouds in morning
Photo by Maria Orlova on Pexels.com

Jede Festplatte verfügt über eine begrenzte Kapazität. Wenn du mehr Daten speichern möchtest, benötigst du einen zusätzlichen oder größeren Datenträger. Ähnlich verhält es sich bei den Cloudspeichern, die in der Gratisvariante ziemlich schnell voll sind: Kostenlos stellen die Anbieter nur zwischen zwei und 50 GByte zur Verfügung.

Im Vergleich zu einer Magnetfestplatte ist das fast nichts. Mehr Speicherplatz und weitere Funktionen kosten Gebühren. Das ist die bequemste Variante und auch zu empfehlen, sofern du die Extras nutzen möchtest und bereit bist, die Kosten zu tragen. Diese betragen für ein oder zwei TByte Speicherplatz etwa 100 Euro pro Jahr.

Wenn du dagegen mit 100 GByte nur etwas mehr Platz benötigst und dir die Ausgabe sparen möchtest, kannst du mehrere freie Cloudspeicher nutzen und diese miteinander verbinden. Wie das funktioniert und wie du schnellen Zugriff auf alle Inhalte bekommst, erklärt dieser Workshop.

Multicloud – Was ist das?

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Photo by eberhard grossgasteiger on Pexels.com

Unter Multicloud versteht man das Kombinieren mehrerer Cloud-dienste mit zentralem Zugriff. Das lästige Einloggen bei verschiedenen Anbietern entfällt dabei komplett, außerdem lassen sich mehrere Gratis-Accounts gleichen Typs zu mehr Speicherplatz zusammenführen.

Ein Beispiel

Jeweils ein Konto bei Amazon, GMX, Telekom und Web.de sowie zwei bei Dropbox und Microsoft summieren sich bereits auf 60 bis 100 GByte. Abhängig davon, wann die Konten erstellt wurden und ob zwischenzeitlich die eine oder andere Option zum Aufstocken genutzt wurde. Für die komfortable Gratisnutzung ist das schon ganz ordentlich!

Realisieren lässt sich die Multicloud online im Browser, über eine Desktopsoftware oder die Kombination aus beidem.

Cloudevo

Sehr komfortabel und funktionell ist Cloudevo . Die Kombination aus Desktop-App und Onlinedienst fasst die Daten verschiedener Onlinespeicher unter Windows zu einem virtuellen Laufwerk zusammen. Das verwendest du wie eine normale Festplatte oder Partition. Du brauchst dir dabei keinerlei Gedanken machen, wo welche Inhalte online tatsächlich abgespeichert werden. Somit kannst Du sogar solch große Dateien in der Cloud lagern, deren Größe das Limit jedes einzelnen Gratisspeichers übersteigt – Ein 30GByte großes System-Backup verteilt Cloudevo automatisch auf drei Clouddienste mit 10 GByte Speicherplatz. Außerdem speichert das Tool die Daten nicht nur, sondern verschlüsselt sie vor dem Upload zudem per AES-256.

time lapse photography of blue lights
Photo by Pixabay on Pexels.com
Installation

Installation, Kontoerstellung, Einrichtung und Handhabung von Cloudevo sind einfach und schnell erledigt. Nach Setup und Start des Programms registrierst du dich zunächst, indem du einen Benutzernamen mit Passwort vergibst und mit ‘Kostenloses Cloudevo-Konto erstellen’ fortfährst.

Einrichtung

Danach verknüpfst du die verschiedenen Cloudspeicher mit Cloudevo. Dazu fährst du mit ‘Konto hinzufügen’ fort, wählst einen Anbieter aus, führst die Autorisierung durch und bestätigst mit ‘Speichern –› OK’. Auf die gleiche Weise fügst du weitere schon verwendete Cloudkonten hinzu. Alternativ wählst du zunächst einen neuen Account bei einem der aufgelisteten Cloudanbieter, den du danach zur Multicloud hinzufügst.

Damit ist Cloudevo startklar und erstellt unter Windows das neue Laufwerk mit dem Buchstaben ‘O:’. Diesen kannst du in den Einstellungen des Tools ebenso ändern wie vieles andere.

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Hattest du den Speicherplatz deiner Cloudspeicher bereits (teilweise) belegt, wundere dich bitte nicht, dass der Windows-Explorer diese Daten im neuen Laufwerk nicht anzeigt. Denn die virtuelle Cloudevo-Partition enthält nur die Inhalte, die du unter Windows hinzufügst und verwaltest. Bereits auf Dropbox, Google Drive, Onedrive & Co. gespeicherte Dateien verschiebst du gegebenenfalls manuell ins O-Laufwerk. Eingeloggt bei einem der originalen Cloudanbieter, siehst du dort anschließend nur noch Cloudevo-Fragmente ohne Zugriffsmöglichkeit – die Daten sind schließlich verschlüsselt.

Das mag etwas kompliziert klingen, ist es aber nicht. Nach kurzer Zeit bist du mit Cloudevo auch deshalb vertraut, weil der Dienst problemlos funktioniert und jede Synchronisation per Statusfenster rechts unten im Desktop einblendet. Zu den weiteren Stärken des Tools zählt die Möglichkeit, Daten auch ohne Internetverbindung bearbeiten zu können. Sobald der PC danach wieder im Netz ist, werden diese automatisch synchronisiert. Das deutschsprachige Handbuch  erklärt alle Funktionen.

Wichtiger Hinweis:

Solltest du bei einer Cloud den Mail-Dienst benutzen, bedenke, dass der Speicher, aufgrund der Mails von der jeweiligen Cloud mitbelegt wird.In der Regel reicht es aber aus, wenn du 1 GB reservierst. Das reicht dann auch für Mails mit Anhängen (Dokumente, Bilder…)

Liste der unterstützten Cloud-speicher-Dienste:

  1. Dropbox
  2. Google Drive
  3. Microsoft OneDrive
  4. box.com
  5. 4shared.com
  6. Strato HiDrive
  7. MagentaCLOUD.de
  8. pCloud
  9. Yandex Disk
  10. WebDAV Protokoll
  11. SFTP Protokoll
  12. FTPS Protokoll
  13. Microsoft Azure File Storage (USA/EU/Germany)
  14. SMB/CIFS Protokoll
  15. Google Platform Cloud Storage
  16. HiDrive WebDAV
  17. CloudMe.com
  18. DirectBox.com
  19. DriveOnWeb.de
  20. OpenDrive.com
  21. PowerFolder.com
  22. web.de
  23. freenet.de
  24. gmx.net
  25. mydrive.ch Cloud
  26. MD.de
  27. 1und1.de Office (nur für Kunden)
  28. livedrive.com
  29. BlauCloud.de
  30. mega.nz (satte 50 GB gratis)

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